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Laufband: Sinnvoll oder schädlich?

(Foto: Eugene Ivanov/Shutterstock.com)

Laufbänder für Pferde sind „in“. Sie sollen Rehapferde schonend antrainieren oder gesunden Pferden Bewegung verschaffen. In vielen Fällen können sie Pferden aber eher schaden als nutzen.

 

Laufbänder sind "in", können Pferden aber auf Dauer schaden. (Foto: Shutterstock.com)

Laufbänder sind „in“, können Pferden aber auf Dauer schaden. (Foto: Shutterstock.com)

„Laufbänder erschweren die natürliche Stemm- und Abfußungsphase des Pferdebeins“, sagt Pferdeosteopathin Barbara Welter-Böller, die die Fachschule für Osteopathische Pferdetherapie leitet. Normalerweise kommt es beim Auffußen zu einer Dehnung der oberflächlichen Beugesehene und des Fesselträgers. Diese Strukturen speichern Energie „wie eine Sprungfeder“, was das Abfußen erleichtert und Huf- und Krongelenk entlastet. Beim Abfußen wird natürlicherweise die Beugesehne maximal gespannt,  Huf-, Kronen-  und Fesselgelenk gestreckt und das Bein hebt mit wenig Muskelkraft ab (siehe Grafik).

Bildquelle: Fachschule für ostepathische Pferdtherapie Barbara Welter-Böller

Bildquelle: Fachschule für osteopathische Pferdetherapie Barbara Welter-Böller

Auf dem Laufband werden diese physiologischen Prozesse behindert. Da das Band unterm aufgesetzten Bein weiter läuft, wird das Stemmen und die natürliche Spannung der Beugesehne und des Fesselträgers vermindert. Dadurch kommt es zur Stauchung des Huf- und Kronengelenks. Beim Abfußen wird das Bein nach hinten gezogen, Huf- und Kronengelenk werden gestaucht und das Pferd muss deutlich mehr Muskelkraft aufwenden als normalerweise. Laufbänder können deshalb eher verschleißfördernd sein statt schonend.
„Sie sollten eigentlich nur ganz gezielt zum Einsatz kommen, wenn ein Pferd durch falsches Training oder verletzungsbedingt vorbiegig oder rückständig ist. Bei gesunden Pferden ohne Stellungsprobleme rate ich davon ab“, sagt Barbara Welter-Böller.

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Category: Pferdegesundheit

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